Berlins Sicherheit fährt gegen die Wand
Berlin, 04.08.2026 – Die Verfügbarkeit von Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugen (LHF) bei der Berliner Feuerwehr hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert. Reservefahrzeuge stehen faktisch nicht mehr zur Verfügung. Die Folgen sind inzwischen deutlich spürbar: Freiwillige Feuerwehren verlieren ihre Einsatzfahrzeuge, einzelne Wehren sind nur noch eingeschränkt einsatzbereit und die Leistungsfähigkeit der Berliner Gefahrenabwehr gerät zunehmend unter Druck.
Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug bildet das Rückgrat der Berliner Feuerwehr. Es kommt nicht nur bei Bränden, Verkehrsunfällen und technischen Hilfeleistungen zum Einsatz, sondern auch bei medizinischen Notfällen, wenn der nächste freie Rettungswagen nicht rechtzeitig verfügbar ist. Laut Jahresbericht 2025 verfügt die Berliner Feuerwehr über insgesamt 192 Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge. Tatsächlich stehen jedoch aktuell nicht genügend einsatzbereite Fahrzeuge für den täglichen Einsatzdienst zur Verfügung. Die Berliner Feuerwehr schafft es derzeit nicht einmal mehr, dass wenigstens 98 LHF, und somit auf jeder der 36 Berufsfeuerwehrwachen und den 59 Freiwilligen Feuerwehren ein LHF einsatzbereit stationiert ist, obwohl für diese eingeschränkte Bereitstellung nur 52% des Gesamtfahrzeugbestandes erforderlich wären.
Um Fahrzeugausfälle bei der Berufsfeuerwehr auszugleichen, mussten bereits zahlreiche Freiwillige Feuerwehren ihre Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge an Berufsfeuerwachen abgeben. Reservefahrzeuge existieren praktisch nicht mehr. Bereits heute verfügen einzelne
Freiwillige Feuerwehren über kein Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug mehr. Diese Freiwilligen Feuerwehren stehen damit nicht mehr für die schnelle Hilfe zur Verfügung. Und es ist zu erwarten, dass immer mehr Freiwillige Feuerwehren ohne geeignetes Einsatzmittel de-facto nicht mehr einsatzbereit sein werden. Diese Entwicklung ist Ausdruck eines Systems, das auf kurzfristige Notlösungen statt auf nachhaltige Planung angewiesen ist, davon betroffen sind auch die Rettungswagen der Freiwilligen Feuerwehren Gatow und Frohnau.
Dieser Verlauf trifft nicht nur die ehrenamtlichen Einsatzkräfte, sondern unmittelbar die Berliner Bevölkerung. Die Freiwilligen Feuerwehren rücken innerhalb von durchschnittlich vier Minuten in ihren Ausrückebereichen zu Einsätzen aus. Ferner verstärken oder besetzen sie entblößte Berufsfeuerwehren bei größeren Einsätzen, Bränden und technischen Hilfeleistungen, unterstützen den Rettungsdienst bei lebensbedrohlichen Notfällen und entlasten somit die Berufsfeuerwachen. Gerade während der Sommer- und Urlaubszeit sowie bei zunehmenden Wetterextremen sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil der Gefahrenabwehr. Die Freiwilligen Feuerwehren sind eben nicht allein eine Reserve für Großeinsätze, sie leisten tagtäglich einen entscheidenden Beitrag zur Gefahrenabwehr – schnell, professionell und ehrenamtlich. Die Außerdienstnahme der Wehren schädigt also die Menschen in Berlin.
Wie wichtig die Freiwilligen Feuerwehren bereits heute für die Sicherheit der Hauptstadt sind, zeigen aktuelle Einsatzlagen eindrucksvoll. Sowohl beim Anschlag am Breitscheidplatz als auch zuletzt beim Christopher Street Day (CSD), waren die Freiwilligen Feuerwehren die ersteintreffenden Einheiten vor Ort. Sie übernehmen damit längst nicht mehr nur eine unterstützende Funktion, sondern sind regelmäßig integraler Bestandteil der unmittelbaren Gefahrenabwehr. Mit Blick auf bevorstehende Großveranstaltungen, wie Rave the Planet, stellt sich daher die berechtigte Frage, ob dieses Sicherheitsniveau unter den aktuellen Rahmenbedingungen dauerhaft aufrechterhalten werden kann.
Die derzeitige Praxis, Fahrzeuge innerhalb der Berliner Feuerwehr zwischen Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr zu verlagern, löst die bestehenden Probleme nicht. Sie verschiebt Engpässe lediglich von einem Bereich in den anderen und schwächt die Einsatzfähigkeit der
Freiwilligen Feuerwehren zunehmend. Kommt es nun noch in der Ferienzeit wieder zu der erwartbaren Unterbesetzung der Berufsfeuerwachen, stehen dann dort Einsatzmittel, die nicht mal richtig besetzt werden können.
Die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren leisten jedes Jahr tausende Einsatzstunden und engagieren sich darüber hinaus in der Nachwuchsarbeit, der Aus- und Fortbildung sowie im Katastrophenschutz. Dieses ehrenamtliche Engagement ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Berliner Sicherheitsarchitektur. Fehlende Einsatzfahrzeuge gefährden damit auch die Motivation dieser ehrenamtlichen Einsatzkräfte und damit auch die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner.
Die aktuelle Fahrzeuglage bei der Berliner Feuerwehr macht deutlich: Der Mangel an einsatzbereiten Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeugen (LHF) ist das Symptom. Das Problem sind strukturelle Defizite innerhalb der Organisation. Eine Einsatzplanung, die Fahrzeuge regelmäßig zwischen Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr verlagern muss, zeigt, dass die bestehenden Strukturen den Anforderungen einer wachsenden Millionenstadt nicht mehr gerecht werden.
Der Landesfeuerwehrverband Berlin sieht deshalb einen dringenden Handlungsbedarf!
Erforderlich sind eine grundlegende Überprüfung und Weiterentwicklung der organisatorischen Strukturen und Prozesse innerhalb der Berliner Feuerwehr. Hierzu gehören nicht nur langfristig orientierte Ersatzbeschaffungen, sondern auch ein abgestimmtes Unterhaltungs-, Wartungs- und Reparaturkonzept. Nur mit einer Prozessführung, die den gesamten Bereitstellungsablauf der Einsatzfahrzeuge berücksichtigt, können mit Fahrzeugreserven Ausfälle geeignet kompensiert werden. Ziel muss es sein, die Einsatzbereitschaft der Berliner Feuerwehr dauerhaft sicherzustellen und sowohl die Berufsfeuerwehr als auch die Freiwilligen Feuerwehren zukunftssicher aufzustellen.
Zitat
„Die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner darf nicht davon abhängen, ob innerhalb der Feuerwehr Fahrzeuge hin- und hergeschoben werden müssen. Die Freiwilligen Feuerwehren sind kein Lückenbüßer für strukturelle Defizite, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Berliner Gefahrenabwehr. Eine leistungsfähige Berliner Feuerwehr benötigt ein Fuhrparkmanagement, dass in der Lage ist, Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehren zuverlässig auszustatten. Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass dringender politischer Handlungsbedarf besteht. Jede weitere Schwächung der Freiwilligen Feuerwehren schwächt am Ende die Sicherheit unserer gesamten Stadt.“
Pressekontakt: kpz@landesfeuerwehrverband.berlin
Am 2. Juli 2026 fand die erste von drei Veranstaltungen „Bauen der Zukunft“ in der Stadthalle Reutlingen statt. Die Plattform „Bauen der Zukunft“ bietet Gelegenheit zum fachlichen Austausch und die Diskussion darüber, wie die Welt, die Umwelt, die Arbeitswelt und die Gesellschaft von morgen gestaltet sein soll. Dabei beschäftigen neue Anforderungen an die Nachhaltigkeit und Wiederverwendbarkeit von Baustoffen, der Einfluss der Energiewende, die Kohlenstoffdioxidvermeidung und deren Einfluss auf bewährte Baumaterialien wie Beton oder Ziegelstein, sowie die Möglichkeiten „neuer“ Baumaterialien wie Holz, Stroh und Lehm die Baubranche.


Hierbei stellen sich allerdings nicht nur Fragen zur Wirtschaftlichkeit, der Bauphysik oder dem Brandschutz. Im Kontext der geopolitschen Veränderungen treten mit Forderungen zur Resilienzfähigkeit und der zivilen Verteidigung weitere ungewöhnliche Fragen auf. Alle diese Herausforderungen müssen fachdisziplinübergreifend besprochen und bewertet werden, um zu tragfähigen und funktionierenden Lösungen zu kommen. Dies gilt gerade im Baubereich aufgrund der langen Zeitspannen, in denen Gebäude genutzt werden.

Aus diesem Grund engagieren sich die beiden Fachbereichsleiter Katastrophenschutz der Landesfeuerwehrverbände Baden-Württemberg und Berlin, Stefan Hermann und Dr. Matthias Münch, diese Thematik auf dem 4. Innovationstag „Bauen der Zukunft“ in das Bewusstsein von Bauunternehmern, Architekten, Kommunen, Startups und Investoren zu bringen. In ihrem Impulsvortrag „Krisen bewußt planen“ zeigten sie, dass die Begrifflichkeiten zivile Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Krisenresilienz mit dem Thema Bauen in zahlreichen Facetten eng verbunden sind. Werden die sich entwickelnden hochgradig vernetzten Anforderungen nicht schon in einer krisenbewussten Planung berücksichtigt, kann es später sehr teuer werden, weil Krisen (un)bewusst geplant wurden.
https://www.youtube.com/watch?v=eF5a6RZ23m8
Die Veranstaltung in Reutlingen war die erste von drei Veranstaltungen in 2026.
Wer sie verpasst hat, hat
- am 25. September 2026 in Hamburg oder
- am 13. November 2026 hier bei uns in Berlin
noch eine Gelegenheit (Link zum Veranstalter).
Der Landesfeuerwehrverband Berlin freut sich als ideeller Partner Teil dieses innovativen Formates zu sein.

Partner und Sponsoren der Innovationstage Bauen der Zukunft
An gleich mehreren Veranstaltungen informierte der Fachbereich Katastrophenschutz im Juni interessierte Besucher über Möglichkeiten der private Notfallvorsorge. Der Stromausfall im Januar 2026 in Berlin-Zehlendorf ist noch gut in Erinnerung und mittlerweile zeigen zahlreiche Meldungen aus anderen Regionen Deutschlands das die private Vorbereitung auf solche Ereignisse notwendig ist.
- 70 Jahre Parkeisenbahn Wuhlheide
Am 6. und 7. Juni 2026 feierte die Parkeisenbahn Wuhlheide ihr 70-jähriges Bestehen und lud hierzu Familien zu einem großen Jubiläumswochenende ein. Zwei historisch bespannte Dampfzüge und zwei Dieselzüge machten dabei Eisenbahngeschichte hautnah erlebbar. Gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Biesdorf beteiligt sich auch der Fachbereich Katastrophenschutz des Landesfeuerwehrverbandes Berlin an den Feierlichkeiten. Die Jugendfeuerwehr bot den Besuchern ein aktives Programm aus der Welt der Feuerwehr. Von der Reamination, über den Einsatz von Kleinlöschgeräten zur Brandbekämpfung (in dem Fall das Herunterspritzen von Blechdosen) bis hin zur Fahrzeug- und Gerätevorstellung konnten sich Jung und Alt informieren und dabei Spaß haben.
Etwas ernster ging es am Stand unseres Fachbereichs Katastrophenschutz zu. Hier informierten wir interessierte Besucher über Details der privaten Notfallvorsorge, erläuterten den Notfallratgeber des BBK und zeigten mit Hilfe unserer Demonstrationskiste beispielhaft ausgewählte Hilfsmittel.
Private Notfallvorsorge
- Nachbarschaftsfest des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg
Am 13. Juni 2026 fand am Rathaus Schöneberg wieder das große Nachbarschaftsfest des Bezirks statt. Auf Einladung der Katastrophenschutzbeauftragten des Bezirksamtes beteiligten sich die Freiwillige Feuerwehr Schöneberg, die Freiwillige Feuerwehr Wilmersdorf, der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Schöneberg und der Fachbereich Katastrophenschutz des Landesfeuerwehrverbandes Berlin an einem Stand zum Bevölkerungsschutz. Die Freiwilligen Feuerwehren zeigten den kleinen und großen Besuchern zwei Fahrzeuge des Zivil- und Katastrophenschutzes. Neben dem Löschgruppenfahrzeug, das u.a. auch für die Bekämpfung von Vegetationsbränden ausgestattet ist, gab es einen ganz neuen CBRN-Erkundungswagen zu sehen. Dies ist ein hochmodernes Spezialfahrzeug mit Meßtechnik zur Detektion und Überwachung von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren. Für den privaten Vorsorgebereich informierten wir interessierte Besuchern mit Hilfe unserer Demonstrationskiste über die Möglichkeiten der privaten Notfallvorsorge.
Fahrzeuge des Zivil- und Katastrophenschutzes

Private Notfallvorsorge
- Kiez-Resilienztag der Stiftung Zukunft Berlin und des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg
Am 26. Juni 2026 fand im Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. der Kiez-Resilienztag statt. Unter dem Motto „Kastastrophenvorsorge zum Mitmachen“ gab es Gesprächsrunden und Workshops rund um die private Krisenvorsorge. An fünf Stationen konnten in Kleingruppen interessante Themen besprochen werden. Eindrucksvoll und auch bedrückend waren die Erfahrungen der Krisenbewältigung in der Ukraine. Thematisch extrem passend waren hingegen die Stationen, die sich mit der Hitzeprävention beschäftigten. Immerhin gab es für den Tag eine Warnung vor extremer Hitze mit Temperaturen von 40 °C. Glücklicherweise war es in den Räumlichkeiten des Nachbarschaftsheim deutlich kühler und es standen auch genügend Getränke bereit.
Von der Technologiestiftung Berlin wurde eine Kiezbox 2.o in Betrieb vorgestellt, so dass man sich mit seinem Smartphone dort über WLAN verbinden konnte. Wir haben uns mit einer Station zur privaten Notfallvorsorge beteiligt und viele Gespräche mit den sehr interessierten Besuchern geführt.


Die INTERSCHUTZ ist eine der weltweit größten und bedeutendsten Fachmessen für Brandschutz, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit. Sie findet regulär alle fünf Jahre auf dem Messegelände in Hannover statt und bringt Hersteller, Einsatzkräfte, Experten und Entscheidungsträger aus der ganzen Welt zusammen. In den Medien dominieren vor allem die Bilder moderner Fahrzeug- und Gerätetechnik und die spektakulären Show-Vorführungen. Die Messe ist aber vor allem auch ein Treffpunkt für den Austausch internationaler Fachexperten und vieler Fachverbände zu den verschiedensten Fachthemen. Sie zeigen keine Produkte, hier geht es um:
- Netzwerke und Austausch zwischen Einsatzkräften, Politik und Wissenschaft.
- Zukunftsthemen, es werden Richtlinien diskutiert, neue Taktiken besprochen und vorgestellt.
Ohne diese Verbände wäre die INTERSCHUTZ nur eine reine Produktschau – durch sie wird sie erst zum echten Forum für die Zukunft der Gefahrenabwehr. Selbstverständlich beteiligt sich auch der Deutsche Feuerwehrverband mit seinen Landesfeuerwehrverbänden und mehr als 1,4 Millionen Feuerwehrangehörigen in Deutschland an diesem Austausch. Auch der Landesfeuerwehrverband Berlin war mit dabei und beteiligte sich an der verbands- oder organisationsübergreifenden Zusammenarbeit zu diversen Fachthemen.


In lockerer Atmosphäre konnten Vertreter des Verbands u.a mit dem Fraktionsvorsitzenden Herrn Saleh, dem innenpolitischen Sprecher Herrn Matz, der Innensenatorin Frau Spranger und dem Kandidaten für das Amt des Regierenden Herrn Krach ins Gespräch kommen.





