Leipzig – Am 21. und 22. September 2026 tagte in Leipzig der gemeinsame Fachausschuss für Zivil- und Katastrophenschutz des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und der Arbeitsgemeinschaft der Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren (AGBF).
Im Mittelpunkt standen aktuelle strategische Herausforderungen der zivilen Sicherheitsvorsorge. Ein Schwerpunkt war das Fähigkeitsmanagement einschließlich eines Spezialressourcenregisters. Dabei ging es insbesondere um organisatorische Lösungen, mit denen die kommunal organisierten Feuerwehren bei länderübergreifenden Großeinsätzen effizienter eingebunden werden können. Weitere Themen waren der Kulturgutschutz sowie die besonderen Herausforderungen von Krankenhäusern in Krisensituationen.
Für den Landesfeuerwehrverband Berlin nahm der Fachbereichsleiter Katastrophenschutz Dr. Matthias Münch an der Sitzung teil. Er berichtete über den Stand der Umsetzung des KRITIS-Dachgesetzes, das die Resilienz der Betreiber kritischer Infrastrukturen bundesweit stärken soll, sowie über dessen Auswirkungen auf die kommunale Gefahrenabwehr.
Dieses Thema wird er auch am 16. Oktober 2026 auf dem 14. Bundesfachkongress des Deutschen Feuerwehrverbandes in Berlin vorstellen.
Die Resilienz kritischer Infrastrukturen war eines der Hauptthemen auf dem Jahreskongress des Verbandes der Sicherheitstechnik (VfS) am 7. und 8. Juli 2026 in Berlin, weswegen auch unser Fachbereichsleiter Katastrophenschutz, Dr. Matthias Münch, an diesem Kongress teilnahm.
Der Kongress führt zu zahlreichen neuen Kontakten, interessanten Einzelgesprächen und Einblicken in die Vielschichtigkeit der derzeitigen Entwicklungen. Resilienz kann nur durch das gemeinsame Verständnis der Rollen, Möglichkeiten und Vernetzung aller Akteure entstehen und hierfür sind Netzwerke ein wichtiger Baustein. Insbesondere die anstehende praktische Umsetzung des KRITIS Dachgesetzes in den betroffenen Unternehmen war daher auch ein zentrales Thema des Kongresses. Ein Aspekt, der durchaus auch für die öffentliche Gefahrenabwehr eine wichtige Rolle spielt.
Am 2. Juli 2026 fand die erste von drei Veranstaltungen „Bauen der Zukunft“ in der Stadthalle Reutlingen statt. Die Plattform „Bauen der Zukunft“ bietet Gelegenheit zum fachlichen Austausch und die Diskussion darüber, wie die Welt, die Umwelt, die Arbeitswelt und die Gesellschaft von morgen gestaltet sein soll. Dabei beschäftigen neue Anforderungen an die Nachhaltigkeit und Wiederverwendbarkeit von Baustoffen, der Einfluss der Energiewende, die Kohlenstoffdioxidvermeidung und deren Einfluss auf bewährte Baumaterialien wie Beton oder Ziegelstein, sowie die Möglichkeiten „neuer“ Baumaterialien wie Holz, Stroh und Lehm die Baubranche.


Hierbei stellen sich allerdings nicht nur Fragen zur Wirtschaftlichkeit, der Bauphysik oder dem Brandschutz. Im Kontext der geopolitschen Veränderungen treten mit Forderungen zur Resilienzfähigkeit und der zivilen Verteidigung weitere ungewöhnliche Fragen auf. Alle diese Herausforderungen müssen fachdisziplinübergreifend besprochen und bewertet werden, um zu tragfähigen und funktionierenden Lösungen zu kommen. Dies gilt gerade im Baubereich aufgrund der langen Zeitspannen, in denen Gebäude genutzt werden.

Aus diesem Grund engagieren sich die beiden Fachbereichsleiter Katastrophenschutz der Landesfeuerwehrverbände Baden-Württemberg und Berlin, Stefan Hermann und Dr. Matthias Münch, diese Thematik auf dem 4. Innovationstag „Bauen der Zukunft“ in das Bewusstsein von Bauunternehmern, Architekten, Kommunen, Startups und Investoren zu bringen. In ihrem Impulsvortrag „Krisen bewußt planen“ zeigten sie, dass die Begrifflichkeiten zivile Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Krisenresilienz mit dem Thema Bauen in zahlreichen Facetten eng verbunden sind. Werden die sich entwickelnden hochgradig vernetzten Anforderungen nicht schon in einer krisenbewussten Planung berücksichtigt, kann es später sehr teuer werden, weil Krisen (un)bewusst geplant wurden.
https://www.youtube.com/watch?v=eF5a6RZ23m8
Die Veranstaltung in Reutlingen war die erste von drei Veranstaltungen in 2026.
Wer sie verpasst hat, hat
- am 25. September 2026 in Hamburg oder
- am 13. November 2026 hier bei uns in Berlin
noch eine Gelegenheit (Link zum Veranstalter).
Der Landesfeuerwehrverband Berlin freut sich als ideeller Partner Teil dieses innovativen Formates zu sein.

Partner und Sponsoren der Innovationstage Bauen der Zukunft
An gleich mehreren Veranstaltungen informierte der Fachbereich Katastrophenschutz im Juni interessierte Besucher über Möglichkeiten der private Notfallvorsorge. Der Stromausfall im Januar 2026 in Berlin-Zehlendorf ist noch gut in Erinnerung und mittlerweile zeigen zahlreiche Meldungen aus anderen Regionen Deutschlands das die private Vorbereitung auf solche Ereignisse notwendig ist.
- 70 Jahre Parkeisenbahn Wuhlheide
Am 6. und 7. Juni 2026 feierte die Parkeisenbahn Wuhlheide ihr 70-jähriges Bestehen und lud hierzu Familien zu einem großen Jubiläumswochenende ein. Zwei historisch bespannte Dampfzüge und zwei Dieselzüge machten dabei Eisenbahngeschichte hautnah erlebbar. Gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Biesdorf beteiligt sich auch der Fachbereich Katastrophenschutz des Landesfeuerwehrverbandes Berlin an den Feierlichkeiten. Die Jugendfeuerwehr bot den Besuchern ein aktives Programm aus der Welt der Feuerwehr. Von der Reamination, über den Einsatz von Kleinlöschgeräten zur Brandbekämpfung (in dem Fall das Herunterspritzen von Blechdosen) bis hin zur Fahrzeug- und Gerätevorstellung konnten sich Jung und Alt informieren und dabei Spaß haben.
Etwas ernster ging es am Stand unseres Fachbereichs Katastrophenschutz zu. Hier informierten wir interessierte Besucher über Details der privaten Notfallvorsorge, erläuterten den Notfallratgeber des BBK und zeigten mit Hilfe unserer Demonstrationskiste beispielhaft ausgewählte Hilfsmittel.
Private Notfallvorsorge
- Nachbarschaftsfest des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg
Am 13. Juni 2026 fand am Rathaus Schöneberg wieder das große Nachbarschaftsfest des Bezirks statt. Auf Einladung der Katastrophenschutzbeauftragten des Bezirksamtes beteiligten sich die Freiwillige Feuerwehr Schöneberg, die Freiwillige Feuerwehr Wilmersdorf, der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Schöneberg und der Fachbereich Katastrophenschutz des Landesfeuerwehrverbandes Berlin an einem Stand zum Bevölkerungsschutz. Die Freiwilligen Feuerwehren zeigten den kleinen und großen Besuchern zwei Fahrzeuge des Zivil- und Katastrophenschutzes. Neben dem Löschgruppenfahrzeug, das u.a. auch für die Bekämpfung von Vegetationsbränden ausgestattet ist, gab es einen ganz neuen CBRN-Erkundungswagen zu sehen. Dies ist ein hochmodernes Spezialfahrzeug mit Meßtechnik zur Detektion und Überwachung von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren. Für den privaten Vorsorgebereich informierten wir interessierte Besuchern mit Hilfe unserer Demonstrationskiste über die Möglichkeiten der privaten Notfallvorsorge.
Fahrzeuge des Zivil- und Katastrophenschutzes

Private Notfallvorsorge
- Kiez-Resilienztag der Stiftung Zukunft Berlin und des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg
Am 26. Juni 2026 fand im Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. der Kiez-Resilienztag statt. Unter dem Motto „Kastastrophenvorsorge zum Mitmachen“ gab es Gesprächsrunden und Workshops rund um die private Krisenvorsorge. An fünf Stationen konnten in Kleingruppen interessante Themen besprochen werden. Eindrucksvoll und auch bedrückend waren die Erfahrungen der Krisenbewältigung in der Ukraine. Thematisch extrem passend waren hingegen die Stationen, die sich mit der Hitzeprävention beschäftigten. Immerhin gab es für den Tag eine Warnung vor extremer Hitze mit Temperaturen von 40 °C. Glücklicherweise war es in den Räumlichkeiten des Nachbarschaftsheim deutlich kühler und es standen auch genügend Getränke bereit.
Von der Technologiestiftung Berlin wurde eine Kiezbox 2.o in Betrieb vorgestellt, so dass man sich mit seinem Smartphone dort über WLAN verbinden konnte. Wir haben uns mit einer Station zur privaten Notfallvorsorge beteiligt und viele Gespräche mit den sehr interessierten Besuchern geführt.


Hintergrund waren die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen beim jüngsten Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf im Januar 2026. Zahlreiche Vertreter von Verbänden und Organisationen für Menschen mit Behinderungen und dem Berliner Behindertenparlament, sowie Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen, folgten dieser Einladung, um ihre Erfahrungen, Bedenken und Forderungen gegenüber den anwesenden politischen Vertretern vorzutragen. Bei vielen dieser Menschen hat sich die Sorge verstärkt, das ihre speziellen Bedürfnisse und Erfordernisse bei den Planungen und Vorbereitungen für den Katastrophenfall nicht ausreichend berücksichtigt werden. Insbesondere, weil Planern und Einsatzkräften in der Regel die persönliche Erfahrung mit Behinderungen und deren Einschränkungen fehlt. Das Thema interessiert natürlich auch uns, und so war nahm neben Vertretern der Hilfsorganisationen auch unser Fachbereichsleiter Katastrophenschutz, Dr. Matthias Münch, an der etwa 2 1/2 halbstündigen Abendveranstaltung teil.Die geäußerten Sorgen wurden in zahlreichen Facetten vorgetragen. In vielen Details trifft der Ausfall der gewohnten Infrastruktur Menschen mit Behinderungen viel härter, da bei Ihnen zusätzlich die technischen Hilfsmittel ausfallen, die Ihnen erst eine Teilhabe am menschlichen Miteinander ermöglichen. So können bspw. Warnhinweise aus Lautsprecherwagen taube Menschen nicht erreichen. Schwierig wird auch die Aufladung von Hörgeräten, wenn deren Ladestationen nur an 230 Volt Steckdosen angeschlossen werden können, so dass übliche USB-Powerbanks/Batteriespeicher als Rückfallebene ausfallen.
Allerdings muss bei allen berechtigten Kritikpunkten in den Verbänden und Organisationen für Menschen mit Behinderungen auch verstanden werden, dass eine Katastrophe eben auch für alle anderen Menschen, auch für die Einsatzkräfte, eine Ausnahmesituation darstellt. Der Katastrophenschutz, mit seinen überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften, kann die eigene private Notfallvorsorge nicht ersetzen. Gerade diese besonders vulnerablen Gruppen brauchen daher eigene Notfallkonzepte und ein besseres Verständnis für die besondere Situation in der Katastrophe und insbesondere die Leistungsgrenzen des Katastrophenschutzes.
Die INTERSCHUTZ ist eine der weltweit größten und bedeutendsten Fachmessen für Brandschutz, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit. Sie findet regulär alle fünf Jahre auf dem Messegelände in Hannover statt und bringt Hersteller, Einsatzkräfte, Experten und Entscheidungsträger aus der ganzen Welt zusammen. In den Medien dominieren vor allem die Bilder moderner Fahrzeug- und Gerätetechnik und die spektakulären Show-Vorführungen. Die Messe ist aber vor allem auch ein Treffpunkt für den Austausch internationaler Fachexperten und vieler Fachverbände zu den verschiedensten Fachthemen. Sie zeigen keine Produkte, hier geht es um:
- Netzwerke und Austausch zwischen Einsatzkräften, Politik und Wissenschaft.
- Zukunftsthemen, es werden Richtlinien diskutiert, neue Taktiken besprochen und vorgestellt.
Ohne diese Verbände wäre die INTERSCHUTZ nur eine reine Produktschau – durch sie wird sie erst zum echten Forum für die Zukunft der Gefahrenabwehr. Selbstverständlich beteiligt sich auch der Deutsche Feuerwehrverband mit seinen Landesfeuerwehrverbänden und mehr als 1,4 Millionen Feuerwehrangehörigen in Deutschland an diesem Austausch. Auch der Landesfeuerwehrverband Berlin war mit dabei und beteiligte sich an der verbands- oder organisationsübergreifenden Zusammenarbeit zu diversen Fachthemen.


In lockerer Atmosphäre konnten Vertreter des Verbands u.a mit dem Fraktionsvorsitzenden Herrn Saleh, dem innenpolitischen Sprecher Herrn Matz, der Innensenatorin Frau Spranger und dem Kandidaten für das Amt des Regierenden Herrn Krach ins Gespräch kommen.
- Führungsstrukturen bei Großschadenslagen
- Ressortübergreifende Abstimmung zwischen Behörden und Organisationen
- Operative und strategische Erkenntnisse aus der Einsatzbewältigung

