SPD-Fachgespräch: Katastrophenschutz in Berlin – Menschen mit Behinderungen mitdenken!
Hintergrund waren die Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen beim jüngsten Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf im Januar 2026. Zahlreiche Vertreter von Verbänden und Organisationen für Menschen mit Behinderungen und dem Berliner Behindertenparlament, sowie Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen, folgten dieser Einladung, um ihre Erfahrungen, Bedenken und Forderungen gegenüber den anwesenden politischen Vertretern vorzutragen. Bei vielen dieser Menschen hat sich die Sorge verstärkt, das ihre speziellen Bedürfnisse und Erfordernisse bei den Planungen und Vorbereitungen für den Katastrophenfall nicht ausreichend berücksichtigt werden. Insbesondere, weil Planern und Einsatzkräften in der Regel die persönliche Erfahrung mit Behinderungen und deren Einschränkungen fehlt. Das Thema interessiert natürlich auch uns, und so war nahm neben Vertretern der Hilfsorganisationen auch unser Fachbereichsleiter Katastrophenschutz, Dr. Matthias Münch, an der etwa 2 1/2 halbstündigen Abendveranstaltung teil.Die geäußerten Sorgen wurden in zahlreichen Facetten vorgetragen. In vielen Details trifft der Ausfall der gewohnten Infrastruktur Menschen mit Behinderungen viel härter, da bei Ihnen zusätzlich die technischen Hilfsmittel ausfallen, die Ihnen erst eine Teilhabe am menschlichen Miteinander ermöglichen. So können bspw. Warnhinweise aus Lautsprecherwagen taube Menschen nicht erreichen. Schwierig wird auch die Aufladung von Hörgeräten, wenn deren Ladestationen nur an 230 Volt Steckdosen angeschlossen werden können, so dass übliche USB-Powerbanks/Batteriespeicher als Rückfallebene ausfallen.
Allerdings muss bei allen berechtigten Kritikpunkten in den Verbänden und Organisationen für Menschen mit Behinderungen auch verstanden werden, dass eine Katastrophe eben auch für alle anderen Menschen, auch für die Einsatzkräfte, eine Ausnahmesituation darstellt. Der Katastrophenschutz, mit seinen überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräften, kann die eigene private Notfallvorsorge nicht ersetzen. Gerade diese besonders vulnerablen Gruppen brauchen daher eigene Notfallkonzepte und ein besseres Verständnis für die besondere Situation in der Katastrophe und insbesondere die Leistungsgrenzen des Katastrophenschutzes.







